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Psychotherapie bedeutet Therapie mit psychologischen Mitteln zu machen. Räume als Therapiefaktor zu sehen, ist dabei nicht üblich. Anhand der Problematik des Burn Out wollen wir die Aufmerksamkeit auf den Faktor Raum in der Psychotherapie, aber auch in der Prävention lenken.

Burn Out als innerpsychischer Prozess

Burn Out verbindet man üblicherweise mit einem Überengagement und mit einer sehr starken Leistungsorientierung, vor allem im Arbeitsleben. Die eigenen Bedürfnisse und Erholungsmöglichkeiten werden zugunsten eines überidealisierten Zieles zurückgestellt. Dieses Überengagement führt zur Aufgabe von positiven Aktivitäten. Hat die Person keine entsprechenden Bewältigungsmechanismen, führt dies zu Frustration und schließlich zu Erschöpfung. Somit wird Burn Out als innerpsychisches Ungleichgewicht definiert, und die Therapie von Burn Out wird mit psychologischen Mitteln durchgeführt.

Therapie mit psychologischen Mitteln als Zusatzbelastung?

Viele Menschen setzen Psychotherapie gleich mit der Überzeugung „Mit mir stimmt etwas nicht“. Psychotherapie haftet also das Manko an, mit einer massiven Kränkung verbunden zu sein. Dies ist sicherlich ein Grund dafür, wieso viele Menschen sich der Psychotherapie verschließen, obwohl sie großen Bedarf haben. Daher wird Psychotherapie, zumindest zu Beginn, häufig als Zusatzbelastung gesehen, anstatt als Entlastung.

Therapie der Lebensumstände

Entlastend wäre es, den Klienten zu vermitteln, dass nicht nur die eigenen Einstellungen und schlechten Bewältigungsmechanismen zur Überlastung geführt haben, sondern auch die äußeren Faktoren, also die Lebensumstände. Räume, insbesondere Räume des Wohnens und des Arbeitens, sind ein beträchtlicher Teil dieser Lebensumstände. In der Psychotherapieforschung werden diese Lebensumstände als extratherapeutische Faktoren bezeichnet, also das was sich außerhalb der Therapie abspielt. Man hat auch festgestellt, dass der Anteil der extratherapeutischen Faktoren 40% des Therapieerfolges ausmachen.

Räume können zur Therapie beitragen

Engt man das Thema Burn Out auf innerpsychische Prozesse ein, übersieht man die laufende Wechselwirkung von Menschen mit ihrer Umgebung und auch das Potential, das damit verbunden ist. Räume in eine Therapie oder Präventionsberatung einzubinden bedeutet eine Entlastung der Person, indem der Fokus nach außen gerichtet wird. Räume den eigenen Bedürfnissen anzupassen, aktiviert jedoch gleichzeitig den Fokus nach innen, nämlich auf die eigenen Bedürfnisse. Sieht man die Wahrnehmung und Umsetzung der eigenen Bedürfnisse als Therapieziel bzw. als Therapieerfolg, schließt sich der Kreis, weil jede Therapie einer inneren Veränderung bedarf.

Wohnpsychologische Intervention

Somit stellt sich die Frage nach einer wohnpsychologischen Intervention, die sinnvoll in eine Therapie oder Beratung eingebunden werden kann. Eine richtige wohn- und architekturpsychologische Intervention kann Menschen, die an Überforderungszuständen leiden, stark entlasten. Sowohl im Prozess der Belastung als auch im Prozess der Regeneration greifen Umwelt und innerpsychische Prozesse sehr intensiv ineinander. Dieses Potential kann sowohl in der Therapie als auch in der Prävention von Burn Out genutzt werden. Dazu sind 2 Dinge wichtig, nämlich Wissen über die Wirkung von Räumen und Gebäuden auf den Menschen und gleichzeitig die richtige Methodik in der Beratung.

Wissen über die Wirkung von Räumen und Gebäuden

Die Wohn- und Architekturpsychologie verbindet Forschungsergebnisse über das Wissen zur Wirkung von Räumen auf den Menschen zu einer systematischen Gesamtsicht. Damit wird dieses Wissen in der Planung von Räumen und Gebäuden, aber auch im psychologischen Bereich anwendbar, etwa in der Therapie und Prävention von Burn Out. IWAP, das Institut für Wohn- und Architekturpsychologie, hat sich zur Aufgabe gesetzt, das bisher eher akademisch verbreitete Wissen in der Praxis anwendbar zu machen. Daher gibt es diesen Blog und auch die Schulungen durch IWAP.

Wohnpsychologie als Zusatztool in Therapie und Beratung

Zur Anwendung von Wissen braucht es immer eine passende Methode. Doch vor allem in der Psychotherapie gibt es vielfältige methodische Ansätze. Will man die Wohnpsychologie als Zusatztool in der Therapie und Beratung verwenden, bedarf es einer methodischen Einbindung. Die Methodik hängt sehr stark vom Setting ab, also von den Rahmenbedingungen, in denen eine Beratung stattfindet. Daher wird diese Einbindung bestenfalls im Austausch mit Experten von IWAP erarbeitet.

Räume sind ein wesentlicher Therapiefaktor

Halten wir als Conclusio fest: Burn Out Prävention bedeutet, Belastungen zu verringern und Erholungsmöglichkeiten zu schaffen. Burn Out Prävention bedeutet auch, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und das Lebensumfeld dementsprechend zu gestalten. Beides hat viel mit Räumen zu tun. Daher sind Räume als Therapiefaktor zu sehen und können dementsprechend in Beratung und Therapie verwendet werden.

Hier können Sie sich weiter informieren

Sie wollen sich etwas mehr in die Thematik vertiefen? Dann werden Sie bei IWAP 2 Möglichkeiten dazu finden:

Kongress – Räume und Burn Out Prävention – Sie können das Kongress Paket mit allen Vorträgen und zahlreichen Zusatzmaterialien beziehen

Fachbereich – Erholsam Wohnen als Stressregulation – Basisinformation zur Einbindung der Wohnpsychologie in Therapie und Beratung